Wachtberg, 09.06.2016, von SSTR

36 Stunden, 357 Bauteile und 59 THW-Einsatzkräfte = Brücke in Wachtberg

Der Einsatzauftrag für das THW lautete Brückenbau: Unüblich aber nicht unmöglich, wie die 59 THW-Helferinnen und Helfer am Mittwoch unter Beweis stellten. Die Verkehrsinfrastruktur Wachtbergs wurde durch ein Unwetter in Mitleidenschaft gezogen. Das THW wurde angefordert, eine Behelfsbrücke zu errichten. Von der Alarmierung bis zur Fertigstellung der Brücke dauerte es nur rund 36 Stunden. Dann war die Bailey-Brücke in der Pecher Hauptstraße in Wachtberg in Position gebracht.

Der Vorbauschnabel wird montiert (Bild: THW/ Markus Schrems)

Auch der Bau einer Behelfsbrücke bedarf einer detaillierten Planung. Nach der Erkundung vor Ort erfolgte die Bestimmung von Brückenklasse, -typ, Spannweite und Traglast, sowie die Berechnung des Personal- und Materialbedarfs sowie der erforderlichen Transportkomponenten. Da insbesondere die Beschaffung der einzelnen Brückenbauteile Zeit in Anspruch nimmt, gehen einem Einsatz der Fachgruppe Brückenbau üblicherweise einige Tage voraus. Nicht so in Wachtberg. Infolge der Unwetter war schnelle Hilfe gefordert und es vergingen gerade mal knapp 36 Stunden von der Alarmierung bis zum Absenken der Behelfsbrücke.

Die Alarmierung erreichte die Ortsverbände am Dienstagmorgen. Nach der Erkundung der Einsatzstelle in der Pecher Hauptstraße und Abstimmung mit den Verantwortlichen vor Ort war die Entscheidung getroffen: Schnellstmöglich soll die aufgrund des Unwetters zerstörte Brücke durch eine Behelfsbrücke ersetzt werden. Noch am gleichen Abend begann der Ortsverband Bielefeld mit dem Verlasten der dort vorhandenen Brückenbauteile. Die Anlieferung erfolgte in der Nacht, so dass am frühen Morgen die rund 45 Einsatzkräfte aus den Ortsverbänden Bornheim, Mönchengladbach und Siegburg umgehend mit den Arbeiten beginnen konnten. Unter Anleitung von Markus Schmitz, Gruppenführer der Fachgruppe Brückenbau aus Mönchengladbach, und Edgar Peters, Facharbeitsgemeinschaft (FAG) Brückenbau, wurde eine ca. 18 Meter Bailey-Brücke, einstöckig, doppelwandig mit einer Tragkraft von rund 18 Tonnen errichtet. Die Koordination und Leitung der Einsatzstelle übernahm Jens Schulz, Zugführer des 1. Technischen Zuges aus Siegburg mit seinem Zugtrupp; zudem unterstütze Fachberater Ralf Beyer. Der Ortsverband Bonn leistete logistische Hilfe. THW-Kräfte aus Bad Honnef unterstützen ab Mittag den Brückenbau.

Der Vorteil der Bailey-Brücke, welche im Zweiten Weltkrieg von der englischen Armee entwickelt wurde, besteht darin, dass sie ohne Einsatz von Maschinen und mit relativ geringem Personalaufwand aufgebaut und in Betrieb genommen werden kann. Innerhalb eines Tages wurde die Behelfsbrücke errichtet und mittels Rollenbahnen und Vorbauschnabel über den Godesberger Bach geschoben. Sobald die entsprechenden Rampen zum Auf- und Abfahren der Behelfsbrücke, welche durch die Gemeinde Wachtberg erbracht werden, angelegt wurden, sind insbesondere der öffentliche Nahverkehr sowie die Rettungswege für die Anwohner im betroffenen Gebiet erst einmal gesichert.

Insgesamt wurden für die Bailey-Brücke knapp 20 Tonnen Material verbaut, bestehend aus u.a. 32 Seitenfeldern, 25 Querträgern, 30 Fahrbahnträgern, 20 Windverbänden, 100 Querträger-Klammen, 70 Bolzen und 80 Fahrbahn Belägen.

Gruppenführer Markus Schmitz zieht ein positives Fazit: "Der Aufbau einer Bailey-Brücke erfordert ein hohes Maß an Teamwork und das haben wir in Wachtberg einmal mehr auf beeindruckende Weise erlebt. Ohne die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Gemeinde Wachtberg, den einzelnen THW Einheiten und auch den Anwohnern vor Ort, wäre dieses Projekt nicht in dieser kurzen Zeit zu realisieren gewesen."


  • Der Vorbauschnabel wird montiert (Bild: THW/ Markus Schrems)

  • Teamwork ist beim Tragen eines Querträgers gefragt (Bild: THW/ Markus Schrems)

  • Die Windverbände geben zusätzliche Stabilität (Bild: THW/ Markus Schrems)

  • Vorschub der Behelfsbrücke durch Unterstützung des Gerätekraftwagens (Bild: THW/ Markus Schrems)

  • Schrammborde begrenzen die Fahrbahn (Bild: THW/ Markus/ Schrems)

  • Das richtige Einmessen der Rollenbahnen ist entscheidend (Bild: THW/ Sabrina Strauch)

  • Die weiteren Schritte werden besprochen (Bild: THW/ Sabrina Strauch)

  • Die Behelfsbrücke bewegt sich langsam vorwärts (Bild: THW/ Sabrina Strauch)

  • Kontrolle der Hilfsstapel (Kreuzstapel) (Bild: THW/ Sabrina Strauch)

  • Hebt an! Gemeinsam gelangt das Seitenfeld an seinen Platz (Bild: THW/ Sabrina Strauch)

  • Absenken der Brücke (Bild: THW/ Sabrina Strauch)

  • Die Einsatzkräfte vor Ort (Bild: THW/ Sabrina Strauch)

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